Gemeinschaftskunde · Klasse 9 · Baden-Württemberg

Interaktive Lernplattform: Landtagswahl & Landtag

Erarbeite dir Schritt für Schritt das Wahlrecht zur Landtagswahl 2026 und den Aufbau, die Aufgaben und die Arbeitsweise des Landtags in Baden-Württemberg.

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Mit gestaffelter Hilfe & Mini-Quiz
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Wahlrecht zur Landtagswahl 2026

Wer darf wählen? Welche Voraussetzungen gelten in Baden-Württemberg?

Grundlagen · Wahlrecht
Wahltag: 8. März 2026 Ab 16 Jahren Hauptwohnsitz in BW Deutsche Staatsangehörigkeit

Wahlberechtigt sind alle deutschen Staatsbürger im Sinne von Artikel 116 Abs. 1 Grundgesetz, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben. Sie müssen seit mindestens drei Monaten ihren Hauptwohnsitz in Baden-Württemberg haben und dürfen nicht durch Gericht vom Wahlrecht ausgeschlossen sein.

Außerdem müssen sie in das Wählerverzeichnis ihrer Heimatgemeinde eingetragen sein. Zuständig dafür ist das Bürgermeisteramt.

Alter
Ab 16 Jahren am Wahltag
Wohnsitz
Mind. 3 Monate in Baden-Württemberg
Staatsangehörigkeit
Deutsche/r i.S.d. GG Art. 116
Eintragung
Wählerverzeichnis der Heimatgemeinde
Merksatz: Wählen darf, wer deutsch ist, am Wahltag mindestens 16 Jahre alt ist, seit 3 Monaten in Baden-Württemberg wohnt und im Wählerverzeichnis steht.
Klausur-Tipp: In Prüfungsaufgaben wird oft nach mindestens zwei Voraussetzungen gefragt. Nenne immer Alter, Staatsangehörigkeit und Wohnsitz – das wirkt sicher.
Mini-Quiz: Welche Aussage ist richtig?

Seit der Reform 2022 gibt es bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg zwei Stimmen, ähnlich wie bei der Bundestagswahl.

Erststimme: Du wählst einen Direktkandidaten oder eine Direktkandidatin in deinem Wahlkreis. Es gibt 70 Wahlkreise, und wer dort die meisten Erststimmen erhält, gewinnt das Direktmandat.

Zweitstimme: Du wählst die Landesliste einer Partei. Diese Stimme entscheidet über die Gesamtsitzverteilung im Landtag. Insgesamt gibt es mindestens 120 Sitze: 70 Direktmandate und etwa 50 Listenmandate.

Listenmandate gleichen Über- oder Unterrepräsentation aus, damit das Ergebnis der Zweitstimmen möglichst genau im Landtag abgebildet wird. Parteien können über ihre Listen z.B. gezielt mehr Frauen oder Jugendliche fördern.

Merke: Die Zweitstimme ist entscheidend für die proportionale Vertretung der Parteien im Landtag.
Erststimme: Person im Wahlkreis. Zweitstimme: Partei im ganzen Land. Die Zweitstimme ist für die Zusammensetzung des Landtags wichtiger.
Bild im Kopf: Stell dir vor, der Landtag ist ein Kuchen. Die Zweitstimmen entscheiden, wie groß die Stücke für jede Partei sind. Die Erststimmen legen fest, wer genau in den Stühlen sitzt.
Mini-Quiz: Welche Aussage zur Zweitstimme ist korrekt?

Auf dem Stimmzettel markierst du deine Erststimme bei der gewünschten Person im Wahlkreis und deine Zweitstimme bei der Partei deiner Wahl.

Der Kandidat oder die Kandidatin mit den meisten Erststimmen im Wahlkreis erhält das Direktmandat. Die Listenmandate sorgen dafür, dass das Zweitstimmenergebnis im Landtag möglichst genau abgebildet wird.

Wenn du umziehst oder Fragen hast, wende dich an das Bürgermeisteramt. Dort kannst du dich ins Wählerverzeichnis eintragen lassen oder einen Wahlschein beantragen.

1. Wählerverzeichnis prüfen
Hast du eine Wahlbenachrichtigung bekommen? Wenn nicht, beim Bürgermeisteramt nachfragen.
2. Am Wahltag ins Wahllokal
Personalausweis mitnehmen, Stimmzettel erhalten, in der Wahlkabine ankreuzen.
3. Stimmzettel abgeben
Gefalteten Stimmzettel in die Wahlurne werfen – fertig.
Mini-Quiz: Was gehört nicht zu den Voraussetzungen für das Wahlrecht?
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Struktur der Landtagswahl

Wie setzt sich der Landtag zusammen und welche Rolle spielen Direkt- und Listenmandate?

Sitze · Mandate
Mindestens 120 Sitze 70 Direktmandate Ca. 50 Listenmandate

Der Landtag hat mindestens 120 Sitze. Davon sind 70 Direktmandate, die über die Erststimme in den Wahlkreisen vergeben werden, und etwa 50 Listenmandate, die über die Zweitstimme verteilt werden.

Die Listenmandate gleichen aus, wenn eine Partei über die Direktmandate über- oder unterrepräsentiert wäre. So wird das Zweitstimmenergebnis möglichst genau im Landtag abgebildet.

Wahlkreise
70
Direktmandate
70 Sitze
Listenmandate
Ca. 50 Sitze
Gesamt
Mindestens 120 Sitze
Merkhilfe: 70 Wahlkreise → 70 Direktmandate. Dazu kommen etwa 50 Listenmandate. 70 + 50 = 120 Mindestgröße des Landtags.
Frage an dich: Warum wäre es unfair, wenn nur die Erststimmen zählen würden? – Überlege, was mit kleineren Parteien passieren würde.
Mini-Quiz: Wofür sind Listenmandate vor allem da?

Nutze diese Fragen, um dein Wissen zur Landtagswahl zu überprüfen. Versuche zuerst ohne Hilfe zu antworten – nutze dann die Hinweise.

Frage 1: Nenne drei Voraussetzungen für das Wahlrecht zur Landtagswahl in Baden-Württemberg.
Hinweis: Denke an Alter, Wohnsitz, Staatsangehörigkeit und das Wählerverzeichnis.
Frage 2: Erkläre kurz den Unterschied zwischen Erststimme und Zweitstimme.
Struktur: „Mit der Erststimme wähle ich …, mit der Zweitstimme wähle ich … . Die Zweitstimme ist wichtiger, weil …“
Frage 3: Warum ist es sinnvoll, dass es Listenmandate gibt?
Denkanstoß: Überlege, wie das Parlament aussehen würde, wenn nur die Direktmandate zählen würden. Welche Parteien wären benachteiligt?